Sonne
Wolfgang Rost mit Hunden
Einige "knappe" Hinweise zu meiner Person und Lebensgeschichte
Die Anfänge

Als Scheidungskind (dies Los teile ich, wie ich aus völlig unzuverlässiger Quelle erfahren habe, anscheinend mit ALBERT ELLIS und einigen Milliarden lebenden und verblichenen Erdenbürgern) lernte ich im zarten Alter von 10 Lenzen statt zweier Welten des zwischenmenschlichen Umgangs derer vier kennen. Das Impulsiv-Großzügige war mir bald ebenso vertraut wie das Zwanghaft-Beleidigte - Affenliebe und kühle Freundlichkeit gleichermaßen. Das hilft mir heute, hat mich aber damals etwas strapaziert.

 

Schul- und Studienzeit

Die Schulzeit war geprägt von gähnender Langeweile, Bewunderung meiner Lehrer Hermann, Goldmann und Kaps, und von Haß auf einige andere Exemplare dieser Gattung Mensch. Parallel dazu begann im vorgerückten Alter von 8-9 Jahren die errötende Spurensuche, die sich bis in die Twenties so mühsam gestaltete und die zu beenden ich in den letzten Jahrzehnten so meine liebe Not habe (auch das verbindet mich kongenial mit ALBERT ELLIS).

 

Und dann nach Wehrpflicht und Kriegsdienstverweigerung (3 Tage vor meiner regulären Entlassung: immer noch der Spätzünder!), dies so glorreich begonnene Mathematikstudium und die erste Gattin. Zwei Semester verschlampt, Psychologiestudium (was sonst?). So langsam wendete sich das Blatt, die fetten Jahre begannen, es glückte einfach alles: im Vordiplom wie im Diplom gab es Einsen, die vor der Prüfung schon vom prüfenden Professor verkündet oder nach der halben Prüfungszeit ohne Rücksprache mit dem Beisitzer autokratisch festgesetzt wurden oder, bedauerlicherweise, die Preise für nachfolgende Einser-Aspiranten verdorben hätten.

 

Von didaktischer Meisterleistung war nach einem Referat die Rede. Und Stellen in der EDV, Methodenlehre und Statistik wurden mir ab meinem zweiten Semester en gros angeboten. Einige Zig bis Hundert Examens-, Vordiplom-, Diplom- , Forschungs- und Doktorarbeiten durfte ich statistisch auswerten und bei der Interpretation der Ergebnisse beraten. Die empirische Forschung(spraxis) ist mir seitdem sehr vertraut.

Wochen vor der letzten Diplomprüfung dann diese peinliche Szene: Da wird mir eine Stelle als Wissenschaftlicher Angestellter angeboten, und wir stellen beim Blättern in der Bibel des Sonderforschungsbereichs 122 fest, daß ich schon im selben Fachbereich, jedoch einem anderen Institut fest mit BAT IIa versehen war.

 

Und so ging es weiter.....

3 Jahre später rief mich ein Doktorvater nach Essen und avancierte binnen einem Jahr zum Doktorgroßvater, ein neuer Vater musste in Marburg am Fachbereich Psychologie gefunden werden. Ich fand ihn, bekam eine Stelle als wissenschaftlich-klinischer Statistiker, versprach unserer Essener Sekretärin Andrea (470 Anschläge, lange blonde Haare und keck: „Herr Rost, muß ich für sie eigentlich auch schreiben?“) ein möglichst braver Ehemann und Vater unserer künftigen Kinder zu sein - heiratete und übersiedelte mit ihr nach Marburg. An Kindern entsproß dieser Verbindung das Tanja’lein, die mich inzwischen zum zweifachen Großvater gemacht hat, der Alex und, last not least, der Beni. Nun, der Tod schied uns nicht, gelohnt hat es sich bei diesen prächtigen Kindern allemal – auch wenn’s mich um haaresbreite die Existenz gekostet (im wahrsten Sinne des Wortes) hatte!

In Marburg durchlief ich dann die wundersame Metamorphose vom Statistiker zum Kliniker. Im universitären Elfenbeinturm brachte ich es ganz schnell, innerhalb von 2 Jahren, auf 1-2 Therapietermine pro Woche. Die therapeutische Erfahrung konnte und kann ich seit 1981 in meiner Psychologischen Praxis nachholen: bis dato weit über 50.000 Std. Psychotherapie (nein, nicht an mir, sondern von mir), alle Störungsformen, alle Schichten, alle Altersstufen, beide Geschlechter, einzeln und in Gruppen.

Beziehungsmäßig ging's dann weiter mit Silvi und unserer Tochter Anni. 7 Jahre später meine 3. Hochzeit (die 1. kirchliche!) mit Bigit’le, die sich nach jahrelanger Verlobungszeit („Die Braut, die sich nicht traut(e)“) dann doch noch, sehr zum Kummer ihrer Eltern, zu dieser Verehelichung entschloß. Vielleicht stimmt die Arithmetik: 7, 14, ..... (Antwort: 21 oder 28 Jahre für die 3. Ehe).

Das wär's bis dato – 3 Leben waren’s allemal!

Ach so, am Schluß noch ein paar Nebentätigkeiten von mir (nein, an Minderwertigkeitskomplexen leide ich seit 40 Jahren nicht mehr arg, obwohl man ja immer mal wieder denkt, ob man noch alle Tassen im Schrank hat – oder?):

Na ja, und seitdem immer mal wieder Vorträge vor Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung, in Kliniken, inmitten von Physiotherapeuten (mein Gott, was für ein Abgang!) und für Selbsthilfegruppen.